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in dir selbst.

 

Die Kunst, Krankheiten mittels des Atmens zu heilen, hat eine jahrtausende Jahre alte Tradition! Die Bedeutung des Atems war in sehr vielen Kulturen bekannt. Besonders im Osten hielt man die Arbeit mit dem bewussten Atems für ausreichend, um Bewusstheit zu erlangen. In Indien wurden viele Atemtechniken entwickelt, um den Körper, die Psyche und den Geist zu beeinflussen. Jahrtausende lang wurde mit diesem Ansatz experimentiert. In China war dieses Verfahren bereits vor der Akupunktur bekannt. Und es wird gesagt, dass viele durch das bewusste Atmen Erleuchtung erlangt haben.
In Deutschland ist die Atemtherapie ein anerkanntes Heilverfahren.

Atemmuster

Jedem ist bekannt, was es bedeutet, wenn einem „der Atem stockt", man „nach Atem ringt", „nach Luft schnappt" oder jemand „einen langen Atem" hat. Immer ist damit etwas Psychisches gemeint und man denkt an bestimmte Lebenssituationen. Somit kann man sagen, dass sich unsere Befindlichkeiten darin äußern, wie wir atmen. Atmen ist also weitaus mehr als Luftholen. Wenn jemand beispielsweise einen Raum wegen einer wichtigen mündlichen Prüfung betritt, in der einige Prüfer sitzen, wird die Atmung vermutlich anders sein, als wenn man gerade eng umschlungen mit seinem liebsten Menschen einen herrlichen Sonnenuntergang bewundert.

Wenn man also davon ausgeht, dass sich der Atem verändert, wenn man beispielsweise erschrickt, so muss man davon ausgehen, dass absichtliches, bewusstes Atmen einen verdrängten Schrecken wieder hervorholen kann. Durch die Sicherheit einer weiterhin bewussten verbundenen Atmung und mit einer qualifizierten therapeutischen Begleitung können nun schmerzhafte verdrängte Schrecken und Erfahrungen wieder bewusst gemacht und Schritt für Schritt buchstäblich „verdaut" werden. Dies lässt sich in der therapeutischen Anwendung bestätigen.

Physiologie

Von all unseren lebenserhaltenden Funktionen nimmt der Atem die wichtigste Stelle ein. Zudem hat der Atem eine Sonderstellung bei den physiologischen Funktionen im Körper. Einerseits geht der Atem wie von alleine – wir müssen uns also nicht bewusst darum bemühen. Genauso ist es beispielsweise mit der Verdauung oder mit dem Herzschlag. Andererseits können wir die Atmung ganz willentlich beeinflussen – durch tiefes Atemholen oder Luft-Anhalten, schnell oder langsam atmen, mit oder ohne Pausen. Somit stellt die Atmung die Verbindung her zwischen unseren äußeren, bewussten Aktivitäten und unserem inneren, unbewussten Leben im Körper.

Wirkung auf körperlicher Ebene

Atmen bildet die Grundlage aller Lebensprozesse. Viele körperliche Erkrankungen werden durch Sauerstoffmangel des jeweiligen Gewebes hervorgerufen. Verglichen mit verschiedenen Sauerstofftherapien ist der eigene forcierte Atem die intensivste Form der Sauerstoffaufnahme. Vertieftes Atmen überflutet den gesamten Organismus mit Sauerstoff und liefert damit ein enormes Maß an Heilkraft.

Wirkung auf seelischer Ebene

Wie bereits unter „Atemmuster" beschrieben, steht der Atem auch mit dem seelischen Bereich in Verbindung. Wir „atmen auf", wenn eine belastende Situation vorbei ist. Bei Erinnerungen an seelische Verletzungen kann einem buchstäblich der „Atem stocken". In einer sicheren Atmosphäre und mit liebevoller Unterstützung und der Aufforderung, gerade jetzt weiter zu atmen, können sich diese (meist unbewussten) Atem- und damit (meist bewussten) Lebens-Blockaden auflösen.

Wirkung auf geistig-spiritueller Ebene

In nahezu allen alten Kulturen wird der Atem als Träger der Seele bezeichnet. In der christlichen Lehre heißt es, Gott habe dem Menschen den Atem des Lebens durch die Nase eingeblasen. Es liegt also nahe, dass der Atmen in der Lage ist, uns mit höheren Ebenen in Kontakt zu bringen. Der Atem wird uns dahin führen, wenn wir die vorhergehenden Ebenen durchlebt, durchatmet und damit erlöst haben. Oft finden sich nach einer Atemsitzung Gefühle von tiefem Frieden, Glück und Dankbarkeit ein.

Zusammenfassung

Der Atem ist somit ein Spiegel unserer körperlichen und seelischen Verfassung und damit einzigartig wie der Fingerabdruck. Die Arbeit mit dem verbundenen Atem ist also eine Methode, Blockaden auf verschiedenen Ebenen durch Weiteratmen zu lösen und auf einer tiefen Ebene zu sich selbst zu finden. So werden wir (wieder) erfahren, was unsere tiefsten Bedürfnisse sind, was von unschätzbarem Wert ist. Eigentlich nur dann werden wir den Mut und Wege finden, zuversichtlich unseren persönlichen Weg zu gehen. Die Chance wird somit groß für mehr Lebensfreude, Liebesfähigkeit und insgesamt einer höheren Lebensqualität.

Wie läuft eine Atemsitzung ab?

Vor der ersten „richtigen" Atemsitzung kann eine längere Gesprächs- und Kennenlernsitzung nötig sein, damit die Therapeutin einen Eindruck von der Persönlichkeit bzw. von der Lebensgeschichte der Klientin/des Klienten bekommt.

Vor jeder Atemsitzung findet in der Regel ein Vorgespräch statt, um zu sehen, was im Moment „Thema" ist, welche Gefühle in den letzten Tagen oder im Moment da waren bzw. sind, was angenommen, verändert oder erreicht werden soll. Dann wird die Therapeutin bestimmte Atemanweisungen geben.

Die Klientin/der Klient lernt – wenn möglich mit geschlossenen Augen – bewusst ein- und auszuatmen. Oft wird in den ersten Sitzungen überhaupt erst einmal bewusst, wie man eigentlich atmet. Manche werden sich wundern, wie wenig sie sich trauen, richtig ein- oder auszuatmen – und was das damit zu tun hat, dass sie sich im Leben eher zurücknehmen. Bei der Atemtherapie geht es nach den ersten Minuten der Konzentration und Wahrnehmung des Atems in erster Linie darum, die Pause zwischen Ein- und Ausatmen wegzulassen und in einen kontinuierlichen Kreisatem überzugehen.

Nach einiger Zeit wird die Klientin/der Klient lernen, das Geschehen dem Atem „zu übergeben", sich also vom Atem mitnehmen zu lassen. Es können Bilder auftauchen, Erinnerungen, Farben, Körperempfindungen, Gefühle, Einsichten. Es ist nützlich, diese Erfahrungen in wenigen Sätzen der Therapeutin mitzuteilen, die – wie auch immer – darauf eingeht und mit diesen Empfindungen arbeitet.

Manchmal wird die Therapeutin nachfragen, wobei es jedoch nie darum gehen wird, das Erlebte zu analysieren oder zu interpretieren. Die Therapeutin ist in jedem Moment zu Anweisungen und Hilfe bereit. Ziel ist es, eine gewünschte Verwandlung zu erreichen. Dieser Prozess dauert in etwa 45 Minuten. Danach kommt es in der letzten Phase oft zu einer tiefen Entspannung, zu bisher nicht gekannten Zuständen von Frieden und Glück, zu intensivem Kontakt zum innersten weisen Kern.

Die Sitzung endet mit einem kurzen Nachgespräch. Manchmal bleibt die Erfahrung einer Sitzung einfach so stehen – weil sie nicht in Worte zu fassen ist. Hier würden Worte nur schaden.

Manchmal ist es auch nötig, eine rein verbale Therapiesitzung einzuschieben. Dies ist immer dann der Fall, wenn das Bedürfnis nach verbaler Klärung auf Seiten der Therapeutin oder der Klientin/des Klienten da ist.

Eine Atemsitzung dauert erfahrungsgemäß 90 bis 120 Minuten. Jede Sitzung ist eine neue, unvergleichliche Erfahrung. Selbst nach vielen Sitzungen erleben Menschen immer noch etwas völlig Unbekanntes. Darum kann man sich auch ohne ein bestimmtes Thema von einer Atemsitzung „überraschen lassen". Alles, was jemandem begegnet, ist Teil seiner Persönlichkeit.

Buch-Empfehlungen: 

Die wunderbare Heilkraft des Atmens
von Rüdiger Dahlke
Wie wunderbar und dazu erstaunlich schnell der verbundene Atem wirkt, beschreibt der bekannte Autor und Deutschlands populärster Ganzheitsmediziner in seiner bekannten lebendigen Art.

Neu geboren werden
von Jim Leonard Phil Laut
Rebirthing - der Weg zu Selbstentfaltung und Lebensfreude

Die Schwingen der Freiheit
von Günter Griebl
Rebirthing - Die Wiedergeburt der Lebensfreude

Rebirthing
von Rüdiger Stellberg
Was es kann, wie es wirkt und wem es hilft.

Quantensprung zur Klarheit
von Jeru Kabbal
Empfehlenswert sind auch die drei CD's von Jeru Kabbal: Quantum Light Breath

Atem Ekstase
von Burkhard Schroeder